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Ob Blogartikel, Buch, Pressemitteilung, wissenschaftliche Arbeit oder Bewerbungsschreiben – ohne eine gründliche Korrektur des Textes sollte er nicht veröffentlicht bzw. eingereicht werden. Fehler welcher Art auch immer schaden der Qualität eines Textes und senken die Reputation des Verfassers. Besonders für die eigenen Fehler ist man allerdings oft blind. Folgende Tipps können daher helfen, Fehler in einem Text zuverlässig zu finden und zu korrigieren.

Tipp 1: Aufbau und Gliederung überprüfen

Nachdem der Text endlich vollendet und abgespeichert wurde, gilt es ihn, vor der eigentlichen Korrektur noch einmal einer groben inhaltlichen Überprüfung zu unterziehen. Insbesondere wenn an einem Text über längere Zeit gearbeitet wurde. Dann verliert man unter Umständen den roten Faden aus den Augen. Damit der Leser auch etwas mit dem Text anfangen kann, muss er selbstverständlich den Gedanken folgen können.

Es stellen sich nun also die folgenden Fragen:

  • Folgen die Gedanken einer klaren Struktur?
  • Ist die Gliederung sinnvoll strukturiert?
  • Kommen inhaltliche Wiederholungen vor?

Sobald der Text in Aufbau und Gliederung stimmig ist, kann die eigentliche Korrektur beginnen.

Tipp 2: Automatische Rechtschreibprüfung nutzen

Jedes Textprogramm verfügt über eine Korrekturfunktion, die man in einem ersten Schritt in jedem Fall nutzen sollte. Damit kannst Du schnell fehlende Leerzeichen, Satzendungen oder grobe Rechtschreibfehler ausmerzen. Allerdings sollte man sich natürlich nicht einzig auf die automatische Textkorrektur verlassen. Denn jeder Korrekturvorschlag sollte auf seine Notwendigkeit hin überprüft werden.

Tools für die Online Rechtschreibprüfung können die automatische Textkorrektur zudem unterstützen. Neben Rechtschreibfehlern sind diese meist auch in der Lage grammatikalische und orthografische Fehler zu erkennen. Eine manuelle Korrektur des Textes erübrigt sich durch Softwareunterstützung nicht. Dennoch ist es eine einfache Möglichkeit, den Text vor der weiteren Korrektur grob aufzuräumen.

Tipp 3: Text ausdrucken und in Ruhe durchgehen

Lange Zeit vor dem Monitor zu sitzen ermüdet die Augen und schadet der Konzentrationsfähigkeit. Es ist daher ratsam sich den Text nach der automatischen Rechtschreibprüfung komplett auszudrucken.

Hilfreich kann es dabei sein, dem Text eine andere als bislang gewohnten Schriftart zu spendieren, sodass sich Sätze und Absätze verschieben und man einen neuen Blick auf sein Werk bekommt. Anschließend kann man den Text in Ruhe durchgehen und Fehler im Fließtext markieren sowie Anmerkungen am Rand vornehmen.

Je nach Länge des Textes ist es ratsam Pausen einzulegen, um dauerhaft fokussiert zu bleiben. Nach etwa 40 bis 50 Minuten sollte in jedem Fall eine kleine Pause eingelegt werden.

Tipp 4: Mehrere Durchgänge durchführen

Gerade bei langen Texten ist es selbst erfahrenen Lektoren kaum möglich alle Fehler direkt im ersten Durchgang zu finden. Hilfreich kann es beispielsweise sein, sich bei jedem Durchgang auf eine bestimmte Fehlerart zu konzentrieren. Beispielsweise:

  • In einem ersten Durchgang den Text inhaltlich-fachlich überprüfen und Daten, Zahlen, Fakten sowie Eigennamen einer genaueren Überprüfung unterziehen.
  • Im zweiten Schritt die orthografisch-stilistische Korrektur durchführen und Grammatik, Zeichensetzung, Rechtschreibung und Ausdrucksweise überprüfen. Diesen zweiten Schritt lohnt es sich nach einiger Zeit zu wiederholen.
  • Als Nächstes könnte man den Text hinsichtlich etwaiger Vorgaben zur Formatierung überprüfen. Falls der Text auch über ein Literatur- und / oder Abbildungsverzeichnis verfügt, gilt es auch diese einer genauen Überprüfung zu unterziehen.
  • Als finalen Schritt, in der Schlusskorrektur, wird der Text dann noch einmal explizit in Bezug auf Silbentrennung, Zeilen- und Seitenumbrüche sowie Überschriften überprüft und ggf. korrigiert.

Tipp 5: Der letzte Schliff

Sobald der Text inhaltlich und grammatikalisch keine Fehler mehr beinhaltet, könnte er eigentlich veröffentlicht oder eingereicht werden. Dennoch lohnt es sich, den Text in dieser finalen Version noch einmal hinsichtlich der Sprache zu überprüfen. Bei einem Lektorat für Bachelorarbeit sollte man z.B. dafür sorgen, dass der Satzbau in der Arbeit flüssig und nachvollziehbar ist. Erst eine abwechslungsreiche Wortwahl und ein abwechslungsreicher Satzbau machen einen wirklich guten Text aus.

Wenn Sätze also immer mit den gleichen Wörtern beginnen oder Sätze immer einheitlich aufgebaut sind, wird weder ein potenzieller Arbeitgeber, ein Verlag oder eine begeisterte Leserschaft Interesse am Lesen haben. Auch Wiederholungen können einen Text schnell langweilig machen. Mit diesen 5 Tipps ist es möglich einen Text auch in Eigenregie zuverlässig zu korrigieren, sofern man sich ausreichend Zeit nimmt.

Autor: Andreas Baumann

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